Pressemitteilung
Saisonaler Großspeicher (Verzicht auf seltene Erden) regional erzeugte regenerative Energie, sowie Errichtung eines größenmäßig zu Kelheim passenden nationalen Rechenzentrums (Abwärmenutzung) auf dem ehm. Gelände von Kelheim Fibres nach Altlastensanierung
ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz entwickelt Zukunftskonzept für Nachfolgenutzung des noch hochgradig mit Schadstoffen belasteten Chemie-Geländes von Kelheim Fibres nach dessen Produktionsende zum 31.03.2026
Sehr geehrter Herr Landrat Neumeyer,
(Abdruck an alle Kreisräte)
hier stelle ich folgenden
Antrag:
zur Behandlung im nächsten Kreisausschuss: Der Landkreis Kelheim setzt sich baldmöglichst mit der Stadt Kelheim (als Hauptbetroffene) und seinen Nachbargemeinden Saal/Do und Ihrlerstein zusammen, um die Möglichkeiten eines Zentrums für regenerative Energie als Folgenutzung auf dem Gelände der insolventen Kelheim Fibres (und des östlichen Nachbargeländes) zu erörtern.
Begründung:
a) Ausgangslage, einmalige Chance am Standort Kelheim
Zum 31.03.2026 ist laut Medienberichten irreversibel der Produktions-Betrieb von Kelheim Fibres (früher Höchst AG) in Kelheim im Rahmen einer Insolvenz eingestellt worden. Nach einer gründlichen Sanierung (Befreiung von chemischen Altlasten) /Konversion des Geländes mit einer 90-jährigen Geschichte der chemischen Industrie in Kelheim eröffnet sich meiner Ansicht nach eine einmalige Chance für die Stadt und den Landkreis Kelheim, sowie die Nachbargemeinden Saal/Do und Ihrlerstein, hier ein zukunftsweisendes gemeinsames Projekt zu prüfen und bei Realisierbarkeit auch umzusetzen.
b) Folgende Nutzungen wären möglich
- Einrichtung von insbesondere saisonalen Großspeichern für vor Ort (z. B. Hopfenbachtal mit den bestehenden PV-Anlagen) oder in räumlicher Nähe (z.B. Windräder auf den Jurahöhen) gewonnene regenerative Energie. Bei der Speichertechnik sollte dabei insbesondere Wert auf Natrium-Ionen-Batterien gesetzt werden, da diese vollkommen ohne seltene Erden auskommen (keine Abhängigkeit von China usw.) und auch unbegrenzt oft be- und entladen werden können.
- Ansiedlung von Betrieben/Institutionen zur Entwicklung und Herstellung von insbesondere saisonalen Speichern für vor Ort erzeugte regenerative Energie (Hinweis: Das geht weit über die bisher im Hafen Kelheim eingerichtete sehr kleine Aussenstelle der OTH-Regensburg in Sachen Wasserstoff hinaus)
- Ansiedelung von Servicebetrieben auf dem Gebiet der regenerativen Energien.
- Ansiedelung eines dezentralen (in nationaler Hoheit) betriebenen Rechenzentrums, welches in seinen Ausmaßen (Energieinput, Energieoutput) zu Kelheim und den Nachbargemeinden passt. Das Rechenzentrum könnte dabei von der regenerativ erzeugten/gespeicherten Energie versorgt werden und seinerseits enstehende Abwärme in das bestehende bzw. zu erweiternde Nahwärmenetz der Stadt Kelheim einspeisen.
Exakt hierzu passt auch die erst von wenigen Tagen von der Bundesregierung beschlossene Rechenzentrumsinitiative, die vorsieht, dass auf ehemaligen Industriestandorten nationale Rechenzentren mit 100% regenerativer Energie errichtet werden
c) Nutzung aller staatlichen Fördermöglichkeiten
nicht nur für die Altlastensanierung (s. mein paralleler Antrag von heute in Sachen Altlastensanierung des Industriegeländes), sondern insbesondere auch für die Errichtung von saisonalen Großspeichern für regenerativ vor Ort erzeugte Energieen und für die Errichtung von (nationalen) Rechenzentren. Als Beispiel darf ich auf eine Presseveröffentlichung des Bayer. Wirtschafts- und Energieministeriums vom 18.12.2025 verweisen, aus der hervorgeht, dass genau für so ein von mir angedachtes Unternehmen für Kelheim, in Oberfranken (Firma Moll) ein staatlicher Förderbescheid von 22 Millionen Euro gegeben wurde. Minister Aiwanger sprach hin diesem Zusammenhang von einem "Gamechanger der Energiewende".
d) Klimaziele/Unabhängigkeit von Energieimporten:
Der Landkreis Kelheim hat auf meinen Antrag hin schon 2008 beschlossen, dass er für seine eigenen Liegenschaften bilanziell bis 2030 klimaneutral werden will. Auf einen späteren Folgeantrag von mir, hat der Landkreis Kelheim das Ziel beschlossen, dass der gesamte Landkreis Kelheim bis 2040 klimaneutral werden soll. Genau zu diesem Zweck habe ich 2025 ein energetisches Zukunftsszenario erstellt (F.R.E.E.-Initiative). Den ersten praktischen Schritt darin, die Erstellung eines sogenannten Energienutzungsplans plus hat der Kreisumweltausschuss fast einstimmig (nur 1 Gegenstimme) angenommen. Hierbei wird durch eine externe Fachstelle insbesondere ermittelt, wo und in welcher Größe im Landkreis saisonale Großspeicher für vor Ort erzeugte regenerative Energie errichtet werden sollten, um den Landkreis nicht nur bilanziell klimaneutral zu stellen, sondern auch die Abhängigkeit vom Import von fossiler Energie abzustellen. Das wäre auch ein hervorragendes Instrument der Förderung der regionalen Wirtschaft.
Mit freundlichen Grüßen
Peter-Michael Schmalz
Peter-Michael Schmalz
Kreisrat (ÖDP)
Vom Kreistag bestellter Umweltberater des Landrats