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Pressemitteilung

ÖDP eröffnet Europawahlkampf im Landkreis Kelheim Bayerischer EU-Spitzenkandidat der ÖDP Dr. Michael Stöhr in Mainburg

Von Links: Kreisrat Peter-Michael Schmalz, Europakandidatin Gamze Caglar, Europa-Spitzenkandidat Dr. Michael Stöhr, Kreisrätin Annette Setzensack Copyright: ÖDP-Kreisverband Kelheim

Am 25.04.24 fand in Mainburg im Gasthaus Mainburger Stube die Auftaktveranstaltung des ÖDP-Kreisverbandes Kelheim zur Europawahl am 09. Juni 2024 statt. Als Gastreferent war der Physiker Dr.  Michael Stöhr, der Spitzenkandidat der bayerischen ÖDP, eingeladen. Kernthema seines Vortrages war, wie die Energiewende in Europa und speziell auch in Deutschland zur Verhinderung der weiteren Verschlimmerung der bereits begonnenen Klimakatastrophe gelingen kann. 

Zunächst begrüßte der ÖDP-Kreisvorsitzende und Sprecher der ÖDP-Kreistagsfraktion, Peter-Michael Schmalz, die Versammlungsteilnehmer und den Referenten. In Richtung Referent sagt er, dass dieser hier im Landkreis Kelheim thematisch ein Heimspiel habe. In seinen 28 Jahren mandativer Tätigkeit im Kreistag habe Peter-Michael Schmalz, der auch vom Kreistag bestellter Umweltberater des Landrats ist, eine ganze Reihe von wegweisenden Initiativen durchsetzen können. So habe er erreichen können, dass 2008 der Landkreis Kelheim der erste bayerische Landkreis mit einem verbindlichen Klimaschutzziel wurde. Auch sei es ihm 2021 gelungen, dass der Landkreis Kelheim als erster bayerischer Landkreis für alle seine Liegenschaften echten, statt nur Graustrom oder greenwashing Strom, bezieht. 2024 nach hartem Ringen und gegen den entschiedenen Widerstand der Freien Wähler im Kreisausschuss, sei dies dann erneut gelungen. Die Energieagentur Regensburg hatte dringend den echten Ökostrom empfohlen und berechnet, dass hierdurch seitens des Landkreises jedes Jahr 750 Tonnen CO2 eingespart werden können.

Vor dem Referat von Dr. Stöhr stellte sich zunächst noch die Kandidatin der ÖDP im Landkreis Kelheim, Gamze Caglar aus Mainburg, vor. Sie kandidiert auf Platz 12 der 90 Kandidaten umfassenden bundesweiten ÖDP-Liste. Sie ist verheiratet und Mutter von drei (noch kleinen) Kinder. Neben dem Engagement für einen Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, ist ihr insbesondere auch die soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft ein besonderes Anliegen.

Mit diesen einführenden Worten war das Feld für den Hauptreferenten Dr. Michael Stöhr gut bestellt.

An den Anfang seines Vortrages stellte den Leitsatz: „Grundsätzlich genügen 2% der Fläche, um Deutschland

vollständig aus erneuerbaren Energien zu versorgen, vor allem aus Wind und Sonne. Und die Energiewende muss sozial gerecht gestaltet werden.“

Als Schlüssel für den sozialen Ausgleich sieht Dr. Michael Stöhr die Gründung von Energiegemeinschaften nach EU-Recht. Damit seit sichergestellt, dass die Verbraucher kostengünstig selbst produzierten Strom beziehen und untereinander liefern können. Gewinne bleiben vor Ort und gehen nicht an die großen Energiekonzerne.

Organisiert auf „Quartiersebene“ (Wohnblock, Stadtteil, ländliche Kommune) kann die Versorgung mit erneuerbarer Energie (Strom und Wärme) kostengünstig und robust realisiert werden. So können z.B. die nötigen Stromspeicher auf Quartiersebene bereitgestellt werden. Das ist effektiver, kostengünstiger und ressourcenschonender als kleine Batterien in jedem Haus, wie sie heute häufig zusammen mit Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) verbaut werden.

Grundsätzlich kann in Deutschland die gesamte benötigte Energie mit PV-Anlagen auf Gebäuden erzeugt werden. Aber das ist nicht optimal, da dann extrem große Stromspeicher benötigt werden. Wind und Sonne ergänzen sich gut und sollten kombiniert werden.

Aktuell werden 17 % der Ackerfläche, das sind 6,5 % der Fläche Deutschlands, zum Anbau von Energiepflanzen verwendet. „Das wollen wir als ÖDP reduzieren. Wenn wir nur 1 % von diesen 6,5 % für Freiflächen-PV-Anlagen nehmen, die mit neu angelegten Biotopen kombiniert werden, und ein weiteres Prozent für Agri-PV-Anlagen, ernten wir erheblich mehr Energie pro Fläche und fördern zugleich den Natur- und Artenschutz“, so Dr. Michael Stöhr.

Und natürlich ist der Ausbau der Windenenergie nötig, gerade bei uns hier in Bayern. Dr. Michael Stöhr erläuterte: „Auf knapp 6 % der Fläche Deutschlands ist der Betrieb von Windkraftanlagen im Einklang mit Natur- und Artenschutz möglich. In unserem ÖDP-Energiekonzept wollen wir nur 2 % nutzen. Auf der gleichen Fläche können unter den Windkraftanlagen auch PV-Anlagen stehen oder Landwirtschaft betrieben werden. Damit ist gesichert, dass Konflikte vermieden werden können“.

Die Klimaerhitzung kann auch bei einem Umstieg auf 100 % erneuerbare Energieversorgung bis 2030 nicht mehr auf 1,5 Grad begrenzt werden, ein Entzug von CO2 aus der Atmosphäre und seine Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) sind unvermeidbar. Die Frage lautet: Wie soll das geschehen?

Die ÖDP lehnt großindustrielle Verfahren wie CCS (Carbon Capture Storage), also die Abtrennung und anschließende unterirdische Speicherung von CO2 ab. Es sei geradezu verrückt, ein Verfahren wie CCS einzuführen, das extrem viel zusätzliche Energie benötigt, wo doch das Einsparen von Energie das oberste Ziel sein sollte und das noch dazu technische Risiken hat. Die ÖDP setze vielmehr auf natürliche Methoden. Der Grund, den Dr. Stöhr als ersten angab, mag überraschen: nicht nur weil es umweltfreundlicher ist, sondern weil es auch sozial ist.

Natürliche Methoden wie Humusaufbau, Pflanzenkohleproduktion und Produktion pflanzenkohlehaltiger hochwertiger Komposte (Terra Preta u.a.) können dezentral von Landwirten sowie klein- und mittelständigen Betrieben umgesetzt werden, die auch für eine geringe Eigenkapitalrendite tätig werden, welche vielen zugute kommt, die Kredite regionaler Banken in Anspruch nehmen, die dadurch CO2 zu vergleichsweise günstigen Preisen binden und regionale Wertschöpfung schaffen.

Nebenbei erhöhen sie die Bodenfruchtbarkeit, stabilisieren das Grundwasser und dienen sie der Artenvielfalt. Geschieht dies auf 70% der Ackerböden weltweit, können der Atmosphäre 70ppm CO2 entzogen und das Klima stabilisiert werden.

Großindustrielle Verfahren können nur von börsennotierten Unternehmen umgesetzt werden, die eine hohe Eigenkapitalrendite erwarten, welche nur wenigen zugute kommt, die Kredite großer börsennotierter Banken in Anspruch nehmen und die keine sonstigen positiven Effekte erzeugen.

Sie werden vor allem von der fossilen Energiewirtschaft propagiert, die sich dadurch eine Verlängerung ihres bisherigen Geschäftsmodells erhofft. Also eine Laufzeitverlängerung für die fossile Energiewirtschaft, welche dafür Finanzmittel bindet, die dringend für die Umstellung auf eine dauerhaft klimaneutrale Wirtschaft benötigt werden.

Dr. Michael Stöhr, promovierter Physiker, ist Bayerischer Landesbeauftragter der ÖDP für Klimaschutz und Vorsitzender der Bundesprogrammkommission der ÖDP. Er ist der Spitzenkandidat der Bayerischen ÖDP bei der kommenden Europawahl und kandidiert auf Platz 2 der ÖDP-Bundesliste.

Dr. Michael Stöhr arbeitet seit 1987 auf europäischer Ebene und seit 1992 zu erneuerbaren Energien. Seit 2001 ist er selbst zu 100% aus erneuerbaren Energien versorgt, wurde Deutscher Energiesparmeister 2006, hat in seinem Stadtteil in München zwei Bürger-<wbr />Photovoltaikgesellschaften gegründet und geleitet sowie ein ökologisch-soziales Genossenschaftswohnprojekt aufgebaut. 1998/99 arbeitete er bei den Bayerischen Solarinitiativen an einem Vorentwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit.

 

V.i.S.d.P.

ÖDP-Kreisverband Kelheim

Peter-Michael Schmalz

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