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Pressemitteilung

Hochwasserkatastrophe im Landkreis Kelheim 1999

Antrag von ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz im Kreistag (Auszug)

Anknüpfend an meine früheren Aktivitäten in Sachen Hochwasserschutz stelle ich folgende Anträge an den Kreistag Kelheim: 1. Der Landkreis Kelheim bittet die Bayerische Staatsregierung in Form einer Resolution um die vordringliche Einrichtung und Verwirklichung eines Auenschutzprogrammes in Tälern von Flüssen 1. und 2.Ordnung mit folgenden Schwerpunkten: a) Schaffung ausreichender Retentionsräume (Hochwasserpuffer) in den Flußauen. Wesentliche Elemente sind hierbei zum einen die erhebliche Vergrößerung bestehender Dammvorländer und zum anderen ihre qualitative Verbesserung (Wasserspeicherkapazität). Bei der qualitativen Verbesserung sind insbesondere durch den Menschen zerstörte natürliche Wasserspeicher wieder einzurichten. b) Einrichtung eines speziellen Informationssystems mit folgenden Inhalten: - Ermittlung und kartographische Darstellung der Gemeinden bzw. Gemeindeteile, die bei sog. Jahrhundert-Hochwässern 1. und 2.Ordnung am stärksten gefährdet sind (großflächige Geländesenken, Schwachbereiche bei bestehenden Dämmen usw.). - Darstellung des Gefährdungspotentiales in Abhängigkeit von den Hochwasserständen. - Jederzeitige Abrufbarkeit dieser Informationen mittels Datenfernübertragung an die Gemeinden in den Flußtälern. 2. Der Lankreis Kelheim geht mit guten Beispiel voran und setzt sich mit den potentiell von Hochwässern betroffenen Gemeinden ins Benehmen, mit dem Ziel, ein gemeindeübergreifendes Handlungskonzept zu entwerfen, wie durch eigene Anstrengungen der Gemeinden und des Landkreises Kelheim bereits vor Inkrafttreten eines staatlichen Präventionsprogramms Maßnahmen verwirklicht werden können, die gefahrentschärfend bei sog. Jahrhunderthochwässern greifen.

ÖDP-Erfolg: Mit der grundsätzlichen Annahme des ÖDP-Antrages beschließt der Landkreis Kelheim als erster bayerischer Landkreis eine Resolution an die Bayer. Staatsregierung, in welcher u. a. eindeutig eine Wiederherstellung natürlicher Wasserrückhaltezonen als zentrale vorbeugende (und zugleich effektivste) Hochwasserschutzmaßnahme enthalten ist. Dämme alleine können, nach Auffassung der ÖDP, nie eine wirkliche Lösung zur Reduzierung der Hochwassergefahren sein. Der Mensch muß wieder versuchen, stärker im Einklang mit der Natur zu leben und nicht gegen sie zu arbeiten.

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